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Leseprobe

Willkommen zu der Leseprobe von "Die Zwölf Apostel - Die Vergangenheit!"

Ich möchte an dieser Stelle alle warnen die sehr gläubig sind!

Wer sehr Christlich ist, wird sehr wahrscheinlich einen Glaubensschock durch mich erhalten, aber bitte denkt daran, es ist nur das Kapitel eines Buches und wir leben in einem Land der freien Meinungsäußerung und der Glaubensfreiheit!

Am Ende der Leseprobe bitte ich um Kommentare oder die Möglichkeit wahrzunehmen über das Kapitel abzustimmen!


Die Zwölf Apostel

Die Vergangenheit

 

Einleitung

 

Es begann nicht heute, es begann nicht gestern, es begann als es die Zeit noch gar nicht gab…

Eine gewaltige Explosion ließ den Raum entstehen.

Der Urknall verursachte ein Chaos, der bis heute anhält, doch die Kräfte der Natur haben zugleich viele Gesetze geschaffen. Eines davon besagt, dass die kleinen Objekte im Universum die großen umkreisen. Ein weiteres beschreibt die Bewegung, seit der Detonation existiert kein Stillstand mehr. Am Anfang rasten Gase, Materie, Atome, flüssiges und festes Gestein durch die Leere des Raumes und waren deutlich schneller als das Licht. Die rasante Geschwindigkeit der Elemente erzeugte zunächst eine unvorstellbare Hitze, aber die Weite des Raumes ließ alles langsamer und kälter werden. Die Kälte gab den unkontrollierten Gasen Masse, ebenso dem Gestein und aus der Unordnung entstand ein nie zu beherrschendes System. Aus Feuerbällen wurden Sonnen, ihre Masse nahm die kalten Gebilde im All gefangen und ließ sie miteinander kollidieren. Das Gestein und das Eis vernichtete sich gegenseitig und gebar dadurch Planeten, Monde, Asteroiden und Kometen. Die meisten von ihnen umkreisen ihre Sonne heute noch.

Die Bewegung ließ die Sonnen sich vereinigen, Millionen und Milliarden begannen sich zu umkreisen wie sie selbst von den Planten, Monden und allen anderen Objekten umkreist werden. Es entstanden Galaxien, runde, spiralförmige, Millionen von Universen befinden sich in Bewegung. Es ist eine Reise durch einen reisenden Raum. Es existieren unzählige Planeten und Trabanten, viel mehr Kometen und Asteroiden, sie alle sind Reisende durch den Raum und sie alle sind nur die Begleiter der Sonnen, die wiederum die Mitreisenden der Galaxien sind und alle zusammen bilden am Ende ein Universum. Es ist das sichtbare Universum, dass die unsichtbaren Universen begleitet. Der Kosmos beinhaltet Millionen von Universen, mit Trilliarden von Sternen und so viel Planeten und Monden das es dafür keine Zahl mehr gibt.

Als alles begann gab es kein Leben, erst als die Zeit entstand wurde das Leben geboren!

 

Prolog

Vor sehr langer Zeit…

Umgeben von aktiven Vulkanen, fließender Lava, wild sprudelnden und dampfenden Quellen sowie unter einem rot verhangenem Firmament, befand sich eine helle Lichtsäule auf einem Berggipfel, von dem die raue und ungezähmte Landschaft gut zu überblicken war. Es gab noch keine Regenbögen, der Planet war ein heißer, trockener und bebender Ort, aber die Lichtsäule brachte die Farben des Lebens auf dieses trostlose Objekt. Wie ein Fächer öffnete sich das goldgelbe Gebilde, erstrahlte in allen Spektralfarben und gab seinen Insassen den Weg in die sie umgebende Hölle frei.

Zwölf dunkle, unkenntliche Gestalten entstiegen dem Fächerlicht und betraten den Gipfel. Sie bildeten einen Kreis vor der Lichtsäule, berieten sich und während sie das taten, erlosch hinter ihnen das Licht des Fächers. Schließlich trennten sie sich und erweiterten den Radius ihres Kreises. Es war unmöglich zu sagen ob die Geschöpfe aus Fleisch und Blut bestanden oder ob es sich bei ihnen um eine andere Form von Leben handelte, aber sie waren auf diesen Planet gekommen, um ihn und seine Kräfte zu bändigen. Die zwölf Wesen fingen ihrerseits an zu leuchten, nicht alle zusammen, sondern einer nach dem anderen. Das Licht, dass sie plötzlich umgab verlieh ihnen eine schemenhafte Kontur und offenbarte damit im Ansatz ihre äußere Erscheinung. Sie sahen ähnlich aus, wie es die Bewohner dieses Planeten in vielen tausend Jahren tun sollten und aus diesem Grund waren sie hier, sie wollten den Himmelskörper bewohnbar machen.

Als die erste Gestalt ihre zu einer Faust geballte Hand anhob und von sich streckte, wurde sie in ihrer ganzen Erscheinung von einer Korona aus vielen Farben eingehüllt. Die Faust öffnete sich, glasähnliche, durchsichtige Perlen stiegen wie winzige Luftballons dem roten Himmel entgegen, zerplatzten nach wenigen Metern wie Seifenblasen und setzten unsichtbare Mikroorganismen frei. Unmittelbar nach dem Vorgang wurde die Gestalt wieder unkenntlich, verschwand in der dunklen Materie, von der sie wie vorher fast vollständig verdeckt wurde. Die anderen elf Lebensformen wiederholten den vorgeführten Prozess, aber im Unterschied zu dem ersten Wesen erstrahlten sie nicht in mehreren, sondern stets in einer Farbe mit dunkleren und helleren Farbtönen. Als die Zeremonie beendet war begaben sich die zwölf Wesen zu ihrem Ausgangspunkt zurück und begannen in einem engen Kreis erneut zu diskutieren. Ihre Gesten verdeutlichten das sie miteinander redeten, aber es war kein Wort zu hören.

Offenbar einig geworden, bestiegen sie den Fächer, der sich wieder zu einer Lichtsäule verwandelte und die es den zwölf Lebensformen ermöglichte, den Planeten zu umkreisen. Sie hinterließen am Ort der Zeremonie die notwendigen Bauelemente, um die Evolution in Gang zu setzen und deponierten auf dem Urkontinent an mehreren Stellen zusätzliche Bausteine für die Fortentwicklung, um sie bei Bedarf beschleunigen zu können. Die zwölf Wesen setzten ihren Weg durch das Universum fort, sie besuchten unzählige Planeten, machten sie fruchtbar und kehrten immer wieder zu ihnen zurück, damit sie sich ein Bild von ihrer Entwicklung und dem des Lebens machen konnten.

Einer von diesen Planeten trug den Namen Erde!

 

Kapitel 1

Die Stunde null

Judäa, Jerusalem/Bethlehem,

25. Dezember des Jahres Null

Es war eine düstere Zeit als sich die Kunde von der Geburt Jesus, der Gottes Sohn sein sollte, herumsprach. Welcher und wessen Gott?! Wer war Gott überhaupt und wer sollte sein Sohn sein? Durch wen sollte der Sohn Gottes geboren werden, durch eine gewöhnliche, sterbliche Frau oder gar durch eine Göttin? Letzteres wäre irgendwie nachzuvollziehen, es wäre logisch gewesen. Doch die Botschaften besagten anderes, eine Jungfrau mit dem Namen Maria war die Mutter des angeblichen Heilands. In einem Stall, in einem Ort Namens Bethlehem, soll der Sohn Gottes geboren worden sein und wie man hörte hatte er den Namen Jesus erhalten. Die kleine Ortschaft, die bis dahin eine unbedeutende Ansammlung von einigen Hütten aus Holz und Lehm war, wurde für eine kurze Zeit zu einer wahren Pilgerstätte. Angeblich sollen sogar Könige die trostlose Siedlung aufgesucht haben, um den Sohn Gottes zu huldigen und zu beschenken. Die Geburt von Jesus änderte jedoch nichts an der Zeit, sie blieb düster, war grausam und das Leben der Menschen wurde nicht leichter.

Es war traurig mit anzusehen, wie die Evolution fortgeschritten war. Aus den Baustoffen, die das Leben ermöglichten, entstanden Geschöpfe die sich rasend schnell vermehrten, aber sich umgekehrt, sehr langsam weiterentwickelten. Vor fünfzigtausend Jahren existierten nur einige zehntausend ihrer Art, inzwischen waren es fast zweihundert Millionen. In Anbetracht der vielen Jahre, die vergangen waren, befand sich ihr Wissenstand praktisch auf null, er war gleichzusetzen mit dem Jahr, dass derzeit geschrieben wurde, obwohl es in der Zeitrechnung fortan keine Null geben sollte. Mit der Geburt von Jesus wurde die Zeit in zwei Hälften geteilt, es gab die vor Christi Geburt und die danach.

Besorgt wandte sich Lankturus, einer der zwölf Apostel, von dem Bild, dass sich ihm bot, ab. Die Evolution der Geschöpfe hatte einen fatalen Riss erhalten, wann, wo und wie, wusste er nicht, zu lange waren er und die anderen Apostel nicht hier auf der Erde gewesen, aber sie nahm einen Kurs an, der in dieser Form nichts Gutes verhieß. Die Spezies, die sich Mensch nannte, bereits in diesen Tagen von Humanität sprach, schlug eine Richtung ein, die nur ein Ziel zur Folge hatte und das war ihr eigener Untergang. Die Menschen die Lankturus sah, waren wie die Zeit, zweigeteilt. Es gab wenige reiche unter ihnen, viel mehr arme, zudem einige kluge Köpfe, aber eindeutig in Überzahl waren die ungebildeten Kreaturen, die weder Lesen noch Schreiben konnten. Bei ihnen handelte es sich um unterdrückte Wesen, die von den anderen, den reichen und klugen, ausgenutzt, ausgebeutet und misshandelt wurden. Die ärmsten der Armen schleppten neben der Lebenslast auf ihrer Schulter außerdem völlig unbekannte, ansteckende Krankheiten mit sich, wurden aus der Gemeinschaft ausgestoßen und nicht selten für ihr Leid mit dem Tod bestraft.

Der Umgang der Menschen untereinander erschütterte Lankturus und ihm offenbarte sich in einem Punkt die Zukunft des Miteinander der Menschheit. Die Mächtigen sahen sich dazu verpflichtet ihre Herrschaft zu verteidigen und nicht sie, sondern ihre Gefolgsleute und Untertanen, mussten dafür mit dem hohen Preis ihres Lebens bezahlen. Lankturus musste kein Hellseher sein, um nicht zu ahnen, dass es sich bereits stets so verhalten hatte, es sich weiterhin auf diese Art ereignen sollte und es sich in der Zukunft nicht mehr ändern ließ. Es war offensichtlich, die Spezies, die sich Mensch nannte, hatte nicht begriffen wie klein und unbedeutend sie in diesem und in allen anderen Universen war. Sie erwies sich als unfähig ihre Existenz richtig einzuordnen und schlimmer noch, sie war zu einer Lebensform mutiert, in der sich Einzelne zu wichtig nahmen und denen es vorbehalten blieb, andere für ihr Wohl auszunutzen und zu benutzen. Die Machthaber und ihre Mistreiter bestimmten den Weg der Menschheit, dabei war jedes Leben einzigartig und besonders. Lankturus zweifelte es nicht an, dass seine Brüder mit Empörung auf diese Erkenntnis reagieren würden.

Für den Apostel Lankturus war es eine unvermeidbare Konsequenz das die Geächteten, die Geschändeten und die Sklaven, ebenso die Armen und die Kranken, einen Gott für sich herbeisehnten und bereits mit einem Sohn von ihm zufrieden gestellt werden konnten. Die Herrscher mussten ihn ablehnen, er gefährdete ihre Vormachtstellung, aber für alle anderen Menschen bedeutete Gottes Sohn die Erlösung.

Warum war diese Spezies unfähig zu verstehen das Gott das Universum war, das Leben darstellte und in ihnen selbst steckte, in jedem einzelnen und keine Gestalt besaß sowie in keiner Statue nachempfunden werden konnte. Die Erklärung war gegenüber diesem großen Problem geradezu lächerlich einfach. Die normalen Menschen wurden von ihren Kaisern und Königen terrorisiert und tyrannisiert, ausgebeutet, gefoltert und getötet. Sie alle sehnten sich nach Frieden, ein bisschen Glück und Gesundheit, nach einem Leben ohne Terror, Folter und Tod und das konnte ihnen nur einer geben: Gott!

Aber woher wollten diese nach einer Erlösung lechzenden Menschen wissen, dass Gott männlich war?

Der Plan

Es hatte einige Jahre vor der Geburt von Jesus begonnen.

Die Bevölkerung war unzufrieden. Immer wieder brachen Seuchen aus, die Cholera und die Pest waren ein ständiger Begleiter der Menschen, es herrschte weitgehend große Armut und der Hunger regierte fast überall. Hinzu kamen Kriege, Sklaverei und der Terror von jenen die regierten und deutlich mehr beherrschten als herrschten.

Allerdings gab es zwei Arten von Machthabern, nämlich jene die über das Volk und ihr Imperium herrschten und solche die über alles herrschen wollten, auch über die Herrscher selbst. Sie, die sogenannten heiligen Männer der Kirche, waren es, die den Menschen den Aberglauben ansahen und versuchten ihren Vorteil daraus zu ziehen. Um das zu erreichen war ihnen jedes Mittel recht und ihre Strategie war klug, denn sie hatte drei Instrumente zur Verfügung, die in dieser Form damals weitläufig unbekannt waren. Das erste Instrument war die vorhandene Verzweiflung unter dem Volk, das zweite ließ sich durch diese sehr gut installieren und es war die Verwirrung, sie zu säen und zu stiften war das Ziel. Die Unsicherheit unter den Menschen wurde das Gerüst für das dritte Instrument, das Verblendung hieß. Die verzweifelte, arme, kranke, am Hungertuch nagende Bevölkerung zu verwirren, sollte zu Aufruhr gegen die Machthaber führen und der Sieg oder ein Teilerfolg über sie brachte die Verblendung zwangsläufig mit sich. Egal wie groß die Siege über die Tyrannen am Thron waren, sie wären ohne die predigten der selbsternannten Heiligen nicht möglich gewesen. Ihre Worte sorgten für Zuversicht, ihre Erscheinung vermittelte den Männern auf dem Schlachtfeld ungeahnten Mut. Die Verblendung war der Glaube und der Glaube sollten die heiligen Männer der Kirche sein, denn sie hatten es bestimmt, dass sie auf der Erde die Vertreter Gottes sein sollten und begannen ein Leben wie Gott zu führen.

Die angeblichen Gottesdiener, die der Kirche, die sie selbst erschaffen hatten, hörig zu sein schienen, besaßen ein Oberhaupt, dem sie bedingungslos folgten. Der Anführer der Sekte trug den Namen Luzifer, doch der Name wurde damals, vor der Geburt von Jesus, nicht mit dem Teufel gleichgesetzt. Der Planet Venus, auf der Erde als der Morgen- und der Abendstern bekannt, trug zu dieser Zeit in der lateinischen Sprache den Namen Luzifer, der übersetzt Lichtträger lautet.

Vielleicht war der Sektenführer Luzifer schuld daran, dass sein Name später mit dem Teufel in Verbindung gebracht wurde, denn sein Plan sich die Herrscher und Völker der Erde untertan zu machen, war eine Idee, die einzig und allein der finstersten Gedankenwelt entspringen konnte und die wiederum musste ihren Ursprung in der Hölle haben. Einige Jahre später, als die Sekte viele Mitstreiter, Gefolgsleute und Anhänger, aber kein Oberhaupt mehr besaß, bestieg ein neuer Anführer den Thron. Er übernahm die Gemeinschaft drei Jahre nach dem Tod von Luzifer, sein Name war Petrus und er wurde der erste Papst.

Luzifer war zwar gescheitert, aber seine Idee lebte fort…

Lankturus

Mit der Geburt von Jesus wurde eine scheinbar neue Zeit angekündigt, aber nichts geschah, im Gegenteil, die Reichen wurden immer reicher, die Mächtigen missbrauchten wie immer ihre Macht und das gewöhnliche Volk wurde geschunden wie eh und je. Der Sohn Gottes hatte zwar das Licht der Erde erblickt, allerdings erkannte niemand etwas Göttliches an diesem Umstand, erst recht nicht der arme, kranke und hungernde Bürger.

Männer begannen im Land umherzuziehen und berichteten von der Geburt Jesus und davon das er der Erlöser aller Menschen sei, auch derer die ihn verhöhnten oder ihre Mitmenschen mit Worten erniedrigten und mit Peitschenhieben ausbeuteten. Die Strafen für Diebstahl oder schlimmere Vergehen und Verbrechen wurden noch schärfer. Die Todesstrafe, dass Abhacken der Hände und die Blendung, somit die Vernichtung des Augenlichts, dass Steinigen und Auspeitschen für banale Aussagen, die Zerstückelung des Körpers oder die Verkrüppelung der Glieder, die widerwärtigsten und verachtungswürdigsten Foltermethoden waren ein fester Bestandteil jeden Tages. Pure Angst bestimmte den Alltag. Misstrauen war angesagt, niemand traute dem nächsten und jeder war auf den eigenen Vorteil bedacht. Die Männer, die durch die Geburt Jesus den Menschen die Verheißung prophezeiten, im Auftrag der Kirche unterwegs waren, lebten gefährlich. Sie wurden von den Ungläubigen verspottet, oft genug von einfachen Menschen aus  Wut und Enttäuschung mit Steinen davon gejagt und von denen, die um ihre Macht und göttliche Position zu bangen begannen, gnadenlos verfolgt und ohne eine Gerichtsverhandlung hingerichtet. Die Todesstrafen nahmen rapide zu, denn der Strom der Männer, die über Jesus Zeugnis ablegten, riss einfach nicht ab.

Scheinbar unbeteiligt, allerdings nie unbeobachtet, wuchs Jesus heran. Mit seiner Geburt begann eine neue Zeitrechnung, doch das Jahr Null, aus dem das Jahr Eins nach Christus wurde, war trotz dessen Geburt kein gutes Jahr. Der Machthaber von Jerusalem, König Herodes, hatte ebenfalls von der Geburt Jesus gehört und aus Furcht um seine erhabene Stellung alle Erstgeborenen im ganzen Land töten lassen. Der barbarische Akt war der Auftakt einer Jagd die etwas mehr als dreißig Jahre später über der Stadt Jerusalem auf einem ihrer Hügel mit der Kreuzigung des Sohnes Gottes enden sollte. Das göttliche starb langsam, auf eine grausame Art und Weise, aber es starb so wie eben Menschen sterben und nur Menschen und alle anderen Lebewesen auf der Erde sterben. Gott oder Götter sterben nie, zumindest ist das die Auffassung der Menschheit damals geworden. Nicht zu ersten Mal. Diesen Glauben hatten schon andere Zivilisationen gewonnen, Menschen die vor Jahrtausenden gelebt und ihn überliefert hatten. Götter wurden durch den Glauben unsterblich und deswegen wurden sie zu Göttern. Das Jahr Null war in Judäa ein heißes, trockenes Jahr und die kurzen, jedoch sehr heftigen Regenperioden brachten ungewöhnlich viele Plagen und damit häufig Krankheiten mit sich. Jerusalem war eine blühende und zugleich sehr dreckige Stadt.  Die unwirtlichen und unhygienischen Verhältnisse taten zu den sich stets schnell ausbreitenden Seuchen ihr Übriges dazu und oft genug wurden die betroffenen Geschöpfe mit Schimpf und Schande aus der Stadt gejagt.  Vor den Toren der blühenden Metropole, in einer Senke östlich der Stadt, entstand eine Art Ghetto, dass aus Notleidenden und Kranken bestand.  Die Grube verfügte über eine Art Höhlensystem, das durch den Abbau von Gestein, das zur Errichtung Jerusalems benötigt wurde, entstanden war. Hier lebte ein Mann, der sich von allen anderen in seinem Umfeld deutlich sichtbar abhob. Er war weder krank noch gebrechlich, ebenso war er nicht alt, ungepflegt und ungebildet, sondern schien im besten Alter zu stehen und war wie man es hörte sehr weiße. Niemand wusste wann und woher er gekommen war, warum er sich in dem Ghetto aufhielt, ob er nur auf der Durchreise war oder welche Ziele er ansonsten verfolgte. Man fragte sich, warum er sich nicht eine bessere Unterkunft suchte, denn arm schien er nicht zu sein. Er verteilte oft Lebensmittel, brachte frisches Wasser heran und an manchem Tag hatte man ihn auch Kranke pflegen sehen. Der Mann war für jeden ein Rätsel, sein Tun und Schaffen eilte seinem Ruf voraus, man nannte diesen Mann Lankturus.

Lankturus war groß gebaut, er maß gut einen Kopf mehr als der größte Mann weit und breit, er war athletisch gebaut, schien über enorme Kräfte zu verfügen und trotzdem jagte er mit seiner Erscheinung niemandem Angst ein. Seine Stimme war tief, beruhigend, flößte Vertrauen ein. Seine Hände waren gepflegt und trotz seiner beachtlichen Größe hatte er schlanke Finger. Seine Muskeln waren ausgeprägt, jedoch nicht unpassend zu seinem Körper, er trug langes, schwarzes Haar, dass in der Sonne glänzte und seine immens grünen Augen verliehen ihm fast etwas Überirdisches. Wie sein Äußeres unübersehbar war verhielt es sich auch mit seinen Gesten. Er vollführte sie ohne Eile und Hektik, dafür jedoch sehr betont, direkt anmutig und beinahe oder geradezu königlich. Lankturus ließ sich nur bei seiner Morgenwäsche ohne Gewand sehen, ansonsten trug er einen grünen Umhang, der ihm bis zu den Knöcheln reichte. In der Taille hatte er sein Gewand mit einem schwarzen Seil zusammengebunden und seine Füße steckten in robusten Sandalen aus Leder und waren aus einer Machart wie sie hier in der Gegend noch nie gesehen worden waren. Lankturus schien ein edler, wohlhabender und sehr kluger Mann zu sein und offenbar war er immun gegen jede Art von Krankheit, denn seine Fürsorge um die Kranken hatte ihm bis dahin keine gesundheitlichen Schäden eingebracht. Er war zu Beginn des Jahres eingetroffen, plötzlich war er da, still und leise war er gekommen und ebenso verhielt er sich. Lankturus sprach nicht viel und so auffällig er auch war, genauso unauffällig verhielt er sich. Er kam an mit einem Beutel aus Leinen den er sich um die Schulter geworfen hatte und am Stadttor hatte er mit der Wache ein kurzes Gespräch geführt. Wider Erwarten von jenen die das Szenario beobachtet hatten, durchschritt er nicht das Tor von Jerusalem, sondern wandte sich von der Stadt ab und begab sich an den Ort wo er nun seit Monaten lebte. Jeglicher Versuch von Leuten aus der Stadt, die ihm auflauerten, um ihm etwas von dem Geheimnis, dass ihn umgab zu entlocken, scheiterte. Es blieb dabei, niemand wusste wer Lankturus war, woher er kam und was er hier wollte.

Die Geburt

Einige Tage vor der Geburt von Jesus war Lankturus ebenso plötzlich wie er gekommen war, verschwunden. Sein unerwarteter Fortgang verursachte bei dem Herrscher von Jerusalem eine unerklärliche Unruhe. So ließ er nach ihm suchen. Tatsächlich wurden die in alle Himmelsrichtungen entsandten Reiter fündig, sie sichteten Lankturus in Bethlehem. Noch war die Kunde über die bevorstehende Geburt von Jesus, der Geburt von Gottes Sohn, nicht durch das Land getragen worden, dass begann erst als Jesus geboren worden war. Zwar war ein ähnliches Gerücht schon oft zu hören gewesen, es gab jedoch keinen Grund ausgerechnet diesem zu glauben. In der Vergangenheit war nichts geschehen, war nirgendwo ein Gott oder ein Sohn Gottes geboren worden und warum sollte es ausgerechnet diesmal anders sein. Lankturus war nicht entgangen das er gesucht und gefunden worden war, er sah allerdings auch keinen Grund sich verstecken zu müssen. Abseits, allein mit seinen Gedanken, wohnte er der Geburt von Jesus bei und als er die ersten Schreie des Säuglings vernahm wurde es ihm um das Herz schwer. Aus einer sicheren Deckung sah er wie sich einige der Leute, die den offenen Stall umgaben vor dem Neugeborenen verneigten oder auf die Knie sanken und dieser Anblick bereitete ihm weitere große Sorgen. Wieder warfen sich Menschen vor einem anderen, noch dazu hilflosen Menschen auf die Knie oder erwiesen ihm die Gunst. Einerseits, zu oft hatte er das gesehen, tötete ein Mensch einen anderen, andererseits unterwarf sich einer einem anderen. Hatte das etwas mit Menschlichkeit zu tun?

Es war nicht allein das was er sah was ihm Sorgen bereitete, es war vor allem das was er befürchtete, dass was er ahnte, was geschehen würde, ausgelöst durch die Geburt von Jesus von Nazareth, dem Sohn einer Hure. Maria war jung, eigentlich selbst noch ein Kind, nun aber war sie zugleich Mutter, eine Mutter, die viele Monate ihren Körper feilgeboten hatte, um selbst überleben zu können. Daran sah Lankturus nichts Verwerfliches, schließlich hatte Maria niemand anderem als sich selbst geschadet, keinen anderen Körper missbraucht als ihren eigenen, nun aber hatte sie einen Sohn geboren, den Nachkommen irgendeines Freiers und ausgerechnet dieser Säugling sollte nun der Sohn Gottes sein?! Lankturus konnte sich ein gequältes, schmallippiges Lächeln nicht verkneifen. Der Hohn verhöhnte sich selbst.

Lankturus wusste, dass dieser Säugling es sein sollte, der zu Gottes Sohn auserwählt worden war. Die Männer, die dahinterstanden, unter ihnen Luzifer, hatten alles genau geplant und in Maria das ideale Opfer gefunden. Das Mädchen war jung, naiv und unerfahren was das Leben anbetraf, sie konnte, da sie in Jerusalem und Umgebung der Öffentlichkeit unbekannt war, als Jungfrau und die Mutter des Sohnes Gottes nahezu perfekt präsentiert werden. Tatsächlich hatte Maria etwas Jungfräuliches an sich, aus ihrem Gesicht strahlte die pure Unschuld und ihr zärtlicher Körper wirkte kindlich und unverbraucht. Der Plan der Hintermänner war komplett durchdacht, hatte kaum Schwachpunkte und vor allem den Vorteil, dass die Menschen sich danach sehnten, an etwas oder an jemanden zu glauben der ihnen den erhofften Vorteil im Leben bringen würde. All die Sehnsüchtigen und letztendlich Gläubigen konnten nicht ahnen, dass sie es waren die anderen einen Vorteil bringen würden, nämlich den der Macht und des Reichtums, denn das eine schloss das andere mit ein. Die Gewinner waren wenige und sie sorgten dafür, dass es so blieb, dass die Macht und der Reichtum nur ihnen und ihresgleichen vorbehalten sein sollte. Heute und in der Zukunft, über Jahrtausende hinweg.

Das Katholikenkomplott

Lankturus wusste das es keinen Weg gab diese Intrige zu verhindern, stets war er einen Schritt zu spät dran gewesen, um wirkungsvoll handeln zu können. Dabei war ihm durchaus bewusst das er kaum im Stande war etwas zu verhindern, zu groß war das Leid der Menschen, daher zu intensiv ihre Sehnsüchte nach einem Glauben und der daraus gewonnen Zuversicht und Hoffnung. Glaube bedeutete auch Halt, einen Halt, den kaum ein Mensch besaß.  So waren ihm von vornherein auf eine gewisse Art und Weise die Hände gebunden, er konnte nur versuchen das Ergebnis der Macht zu schmälern, zu mehr war er nicht fähig. Zumindest noch nicht. Der Mensch glaubt, wenn er glauben will und der Wille der Menschen war mit nichts zu bekämpfen, dagegen gab es kein Mittel, es halfen keine Worte und es konnten keine Waffen verhindern. Das einzige was Lankturus zur Verfügung stand war die Zeit, aber die Zeiten waren besonders in diesen Tagen dunkel und beklemmend.

Zudem hatten Lankturus und seine Brüder einflussreiche Feinde, solche die sich nicht zu erkennen gaben, die unsichtbar operierten und zu feige waren, um sich ihnen selbst in den Weg zu stellen. Es waren die Männer, die für das alles was geschah und in Zukunft geschehen sollte, verantwortlich waren.  Sie nannten sich Katholiken, deren Anführer Luzifer hieß und obwohl Jesus von Nazareth erst vor wenigen Stunden auf die Welt gekommen war verfügten sie bereits über einen großen Einfluss und eine nicht zu unterschätzende Stärke und Macht.  Es waren gewöhnliche, sterbliche, vor allem aber reiche Menschen und ihre Worte vom einem Leben nach dem Tod, von der Auferstehung und von einem Dasein im Paradies erreichten die Gemüter ihrer Zuhörer und die Schar ihrer Anhänger wuchs schnell und beträchtlich. Selbst Kaiser und Könige, sogar die Pharaonen und die Herrscher im asiatischen Teil der Welt hatten bereits vom Christentum gehört und keiner von ihnen war ohne Sorge um seine eigene Macht. Die Mächtigen rangen unter sich um ihre Positionen und waren zu allem bereit, um nichts von ihrem Geltungsbereich einbüßen zu müssen. Sie alle einte nur eines, die Gier und die sorgte unter ihnen selbst für Grabenkämpfe und Kriege. Jene die ohnehin ein feudales Leben führten bekamen von nichts nie genug. Edelsteine, feine Öle, die besten Lebensmittel, Feste, die zu Orgien ausarteten, alles was das Leben besser, luxuriöser gestaltete wurde angekarrt, erbeutet oder gestohlen. Münzen in Silber und Gold wurden in mit Diamanten beschlagenen Truhen aus feinstem Holz gelagert und neben seltenen Gewürzen, Stoffen und Schmuckstücken erfreute man sich am Tod von Leibeigenen. Man jagte sie durch Wälder oder über Steppen, trieb sie schwer bewaffnet zu Fuß oder auf dem Rücken eines Pferdes vor sich her, manchmal sogar mit Hunden und schließlich wurden für einen fragwürdigen und hemmungslosen Genuss Spiele in Arenen veranstaltet. Die Sklaven kämpften gegeneinander um ihr Leben, nur der Stärkere überlebte, aber sehr selten überlebte jemand lange genug, denn es gab immer einen Stärkeren.

Im Bann eines Glaubens konnten die Leute unberechenbar, ja sogar blind und taub werden für das logische und das stellte ihr Tun in Frage. Sie konnten überflüssig werden und dazu verdammt sein dabei zusehen zu müssen wie sich einige wenige über Tausende, vielleicht sogar Millionen, emporschwangen und diese materiell, moralisch sowie seelisch ausnutzten. Das galt es zu verhindern, doch die Vorzeichen dafür standen schon in dieser frühen Phase bereits sehr schlecht.  Lankturus hatte gesehen wie mehrere Dutzend Männer ausgezogen waren, um die Botschaft von der Geburt Christi in die weite Welt zu tragen. Er und seine Freunde waren viel zu wenige, um diesem Treiben einen Einhalt gebieten zu können. Außerdem wuchs eine andere Gefahr heran, die der Ketzerei verdächtigt zu werden. Zwar gab es noch mehr Ungläubige als Gläubige, viel mehr Unwissende als Wissende, jedoch hatten die Handlanger der Organisatoren freie Hand und konnten nach eigenem Ermessen handeln. Der Glaube an Gott und an seinen Sohn schreckte sie jedoch nicht davon ab zu töten, die zehn Gebote, die bereits von ihnen fertig geschrieben waren, sollten für die ganze Menschheit gelten, nicht aber für jene die sie verfasst hatten. Der Gott den sie im Begriff waren zu erschaffen war ihr Produkt und wenn die Planer überhaupt etwas für göttlich hielten, dann waren sie es selbst. Sie sahen sich über den Menschen und den Dingen stehend, über dem Recht und der Natur. Sie waren die Herrscher der Erde, die Herrscher über das Leben und den Tod. Sie nannten sich später Priester und ihr oberster Anführer wurde Papst genannt. Lankturus war an die Dokumente gekommen als er in Gallien gegen die schwarze Pest in zu vielen Fällen umsonst angetreten waren. Nur wenigen Menschen konnte er helfen und diese heilen, die Pest hatte gewütet wie ein Feuer.

In einer Stadt, die den Namen Lyon trug, hatte er einen Mann behandelt, der vor seinen Augen auf offener Straße zusammengebrochen war. Behutsam hatte er ihn in seine Behausung getragen, alles Erdenkliche für ihn getan, doch dem bemitleidenswerten Geschöpf war nicht mehr zu helfen. Mit seinen letzten Atemzügen bat der zum Tode gezeichnete Lankturus um einen letzten Gefallen und um das Überbringen von wichtigen Papieren nach Lorient. Auf diese Weise kam Lankturus an die Dokumente der Verschwörung, dem größten Betrug aller Zeiten. Dass es ein solcher werden würde konnte niemand ahnen. Die Dokumente behandelten alles, ließen nichts außer Acht, selbst ein zeitlicher Fahrplan war aufgestellt worden. Vor fünf Jahren stand bereits fest wo, wie und wann der Sohn Gottes geboren werden sollte. Lankturus wurde schnell klar, dass er einem gigantischem Komplott auf die Spur gekommen war und ebenso schnell erkannte er, dass es unmöglich ihn zu verhindern. Er besaß zwar die Dokumente, bei denen es sich ohne jeden Zweifel um Originale handelte, aber er wusste nicht wer hinter all dem steckte und wer noch im Besitz dieser Papiere war. Einige Hinweise führten ihn bis nach Rom, schließlich nach Judäa. Machtlos mussten er mit ansehen wie die Intrige hier am fünfundzwanzigstem Tag des zwölften Monats ihren Anfang nahm. In den fünf Jahren seiner Suche erfuhr er mehr und mehr über den Plan, ohne dass er allerdings den Urhebern des Betruges näherkam. Die vielen Seiten Papier waren oft verschlüsselt geschrieben.

Jesus war geboren und Lankturus folgte ihm und seinen späteren Jüngern.

Es war eine düstere, beklemmende, grausame und dunkle Zeit und sie wurde in den darauffolgenden Jahren kein bisschen besser und ebenso wenig etwas heller. Lankturus blieb bis zum Tod von Jesus auf der Erde. Was für die Menschen in seinem Umfeld ein Zeitraum von fast vierzig Jahren bedeutete, war für ihn ein winziger Bruchteil seiner Existenz. Drei Tage später wurde er dabei beobachtet, wie sich seine Erscheinung in Materie verwandelte und zum Himmel emporstieg. Die Lüge von der Auferstehung war perfekt und unbewusst hatte Lankturus, als einer der zwölf Apostel, dazu beigetragen.



Ende der Leseprobe


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Autor John Phillip Starck
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